Die Religion als allerheikelstes Thema

Die Religion im öffentlichen Forum – das allerheikelste Thema

 

Von Don Hank

Ich nehme gerade an einer online-Diskussion mit verschiedenen Deutschen teil, u.z. über solche Themen wie die Legitimität des Staats Israel, die Glaubwürdigkeit gewisser allgemein akzeptierten Vorstellungen über den Holocaust, die Legitimität des Iraq-Kriegs, usw.

Meine Teilnahme liegt eigentlich in einer Neugier begründet: ich will wissen, wie der Deutsche von heute denkt, denn in seiner Denkweise liegen wohl Anhaltspunkte zur Erklärung der Scheiterung des Westens.

Einige Teilnehmer der Diskussion haben die Religion in Hinsicht auf die gegenwärtigen politischen Problemstellungen im Westen erwähnt. Darauf reagierten einige Teilnehmer, manche davon ganz heftig, protestierend, daß die Religion reine Privatsache ist und gar nicht zu einer öffentlichen Debatte gehört. Dieselben Teilnehmer, die sich so heftig gegen die Diskussion über die Religion sträubten, haben sich ganz lautstark gegen die wachsende Diktatur in Europa bzw der BRD geässert, u.z. gerade gegen die heutige Eliten-Politik, die gewisse Themen zum Tabu macht.

Einer dieser Teilnehmer hat sogar einem anderen mit einer Strafanzeige gedroht, wenn er weiter das Thema der Religion anrührt — als könne die freie Diskussion der Religion ihm persönlich materielle Schaden zufügen.

Die Feststellung, daß Gottesglaube nur Privatsache ist, ist notwendigerweise hauptsächlich von Atheisten, Deisten bzw. nicht bibeltreue Christen vertreten.

Letzten Endes reduziert sie sich inhaltlich darauf, daß nur Atheisten, Deisten und liberale Christen sich frei über Gott äussern dürfen. Also stellen sie sich vor, meine Damen und Herren: nur diejenigen, die entweder gar nicht an Gott glauben oder nur eine nebelhafte Vorstellung von Gott haben — etwa als Urschöpfer, der aber jetzt keine Beziehungen zu seinen Geschöpfen pflegt — dürfen von Gott reden. Denken Sie darüber nach und erinnern Sie sich…

Die wohl am Besten bekannten Gesellschaften, in denen nur Atheisten bzw. Deisten sich über die Religion äussern dürfen/durften sind die ehemalige Sowjetunion (während meiner Studienzeit auf der Leningrader Uni habe ich das „Museum der Religion und des Atheismus” besucht, das früher eine Kirche war), Nordkorea, die „Volksrepublik” China, die ehemalige „Volksrepublik“ Kambodscha,  Vietnam, das Dritte Reich und dergleich Diktaturen (bei denen das Volk vollkommen entmundet war/ist).

Vor dem Dritten Reich durften deutsche Pastoren bzw. Priester frei ihre christlichen Vorstellungen auch ausserhalb der Kirchen verbreiten. Hitler aber hat das Wirkunsfeld der Religiösen räumlich auf das Innere der Kirchen begrenzt, was praktisch die Verbreitung der (bis zu der Zeit schon erheblich geschwächten) Christenheit stoppte.

Heute hat sich in der BRD noch nichts an dieser Politik geändert. Und die Mehrzahl der deutschen Mitbürger halten diese aus der Nazizeit stammende Politik für vollkommen angebracht und unantastbar. Viele sehen zwar jetzt ein, dass die EU und die BRD (diese letztere hat praktisch keine Macht mehr) De-Fakto-Diktaturen sind and klagen sich heftig darüber. Aber sie erkennen nicht den Schaden, der das Verbot der öffentlichen Diskussion zwischen Christen und Nichtchristen bzw. zwischen Bibeltreuen (die unter Christen am Meisten von Hitler verfolgt wurden) und Nichtbibeltreuen über ihren Glauben bzw. Nichtglauben ausgerichtet hat.

Man klagt sich darüber, daß man sich heutzutage gewisse Themen, z.B. den Holocaust, die Legitimität des Iraq-Kriegs, die Legitimität der EU, die Rolle der Banksters in der heutigen Politik und gescheiterten Wirtschaft, usw., nicht äussern kann. Manche von denselben Freiheitlern wollen ihren Mitbürgern aber das Recht vorenthalten, öffentlich über die Religion zu sprechen. Sie meinen etwa, die Behauptung, daß Jesus der Sohn Gottes sei, sei unlogisch und darf deshalb nicht ausgesprochen werden.

Aber, meine Damen und Herren, geht es bei dieser Entmündung der christlichen Mitbürger nicht um dieselbe Taktik, die unsere Eliten im breiteren Sinne gegen uns alle, d.h., die Untertanen unserer immer feudaler wirkenden Gesellschaft, einsetzen?

Werfen unsere Eliten den Holocaustleugnern bzw denen, die die Legitimität des Iraq-Kriegs oder das Existenzrecht der EU leugnen, nicht vor, illogisch zu sein?

Wie kann ein Fürworter der Freiheit das Bewegungsfeld seines Nächsten darauf hingehend verringern, daß dieser nicht über das für ihn allerwichtigste Thema, nämlich die Religion, zu reden wagt, und sich jedoch gleichzeitig als Freiheitskämpfer vorstellen?

Ist das auch nicht illogisch?

Manche werden hierauf antworten, es sei logisch den Christen das Diskussionsrecht vorzuenthalten, denn man hat niemals den Beweis dafür geliefert, es gebe einen Gott bzw. daß Jesus eine enge Bezeihung zum Urschöpfer hätte.

Vielleicht haben die antireligiös orientierte Tielnehmer schon in gewissen Hinsichten recht. Denn die Vorgeschichte des christlichen Abendlands deutet schon auf einen bedauerlichen Mangel an Toleranz.

Wenn es jedoch keine öffentliche, freie Debatte geben darf, d.h., wenn der Mitbürger von höheren Instanzen dazu gezwungen wird, diese Angelegenheiten als reine Privatsachen zu sehen, wie kann der Einzelne letzten Endes zu diesen Themen einen gültigen Schluß ziehen?

Oder liegt das Verbot der freien Diskussion gerade an dem Wunsch begründet, ihm gerade die Instrumenten zu entziehen, mit denen er diesen Schluß sonst unabhängig und unbezwungen ziehen könnte? Also genauer gesagt: geht es nicht vielmehr um den unentgehbaren Schluß und nicht um die dazu zu führende Diskussion?

Weiteres zum Thema Zensur in der BRD:

http://laiglesforum.com/heute-deutschland-morgen-die-welt/

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*